In dieser Ausgabe
Vom Privileg wachen Menschen zu begegnen

Ein Gespräch mit der Schauspielerin Julia Stemberger
Die Tür geht auf und der Sonnenschein persönlich tritt in Gestalt von Julia Stemberger ein. Die österreichische Schauspielerin aus Wien ist oft in Berlin, sei es für Film- und Fernsehaufnahmen, sei es wie heute für Proben am Renaissance Theater. „Mir wächst die Stadt wirklich ans Herz, obwohl ich durch und durch Wienerin bin. Berlin ist unglaublich lebendig und spannend, dabei frech und humorvoll,“ lautet ihre Auskunft. Als Vielreisende hat sie etliche Städte kennen gelernt, denn seit ihrem Kinodebüt mit 19 Jahren ist die Film-, Fernseh- und Bühnenschauspielerin sehr gefragt. Prominente Namen und Theaterorte reihen sich in ihrer Vita aneinander. „Ich habe immer versucht, Bühne und Film gleich zu gewichten, aber ich glaube, meine wichtigste Rolle war die Desdemona (Othello) am Wiener Burgtheater unter der Regie von George Tabori“, sagt sie nach kurzem Nachdenken. Den deutschen Fernsehzuschauern dürfte sie jedoch eher durch die TV-Abendserie „Die Stein“ bekannt sein, in der sie eine Lehrerin in Brandenburg spielt.
Sind Sie gern Schauspielerin?„Ich glaube, ich bin ganz zu mir gekommen mit der Entscheidung, diesen Beruf zu machen. Jeder Mensch sollte sich auf die Suche begeben, was sich für ihn selbst richtig anfühlt. Es ist dabei das große Privileg in meinem Beruf, dass man so vielen wachen Menschen begegnet.“
Das Publikum des Renaissance-Theaters darf gespannt sein auf das Berliner Bühnendebüt von Julia Stemberger. Am 13. Dezember steht die Premiere der Komödie „Frohe Feste“ von Alan Ayckbourn an. „Wir sind ja noch in den Proben, aber ich freue mich schon riesig darauf. Ich mag es gern, wenn die Leute auch etwas zu lachen haben.“ Das dürfte bei dem britischen Meister der Farce garantiert sein.



















