Winter 2010
Das vielfältige Deutsche Technikmuseum

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Dirk Böndel
Das Deutsche Technikmuseum, in der Trebbiner Str. 9, in Berlin-Kreuzberg ist weit mehr als nur ein Museum. Es bietet auf gut 25.000 qm Ausstellungsfläche die verschiedensten Dauerausstellungen und Sonderveranstaltungen zur Luftfahrt - wie es bereits der „Rosinenbomber“ am Neubau erahnen lässt - zur Schifffahrt, dem Schienenverkehr, der Fototechnik, der Computerhistorie und und und. Mit einem Satz: Zu neuer und alter Technik und den vielseitigen Bezügen zur Kultur- und Alltagsgeschichte des Menschen. Es ist mit seinen täglichen Vorführungen, den Besucheraktivitäten und den Führungen zu einem interaktiven Lern- und Erlebnisort im Zentrum von Berlin geworden. Rund eine halbe Million Menschen besuchten das Museum und das dazu gehörige Science Center Spectrum im vergangenen Jahr.
Zu dem acht Hektar großen Gelände am Gleisdreieck in Kreuzberg, auf dem sich neben Museum und Science Center auch eine Wind- und Wassermühle, eine Schmiede und eine Brauerei befinden, kommen noch drei weitere Standorte der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin: Die Archenhold-Sternwarte in Treptow, das Zeiss-Großplanetarium in Prenzlauer Berg und das Zucker-Museum in Wedding.
Im Mai 2011 eröffnet auf dem Gelände am Gleisdreieck mit der Mobilitätsausstellung „Mensch in Fahrt“ gar der erste Teil der künftigen Museumserweiterung „Technoversum“.
„Natürlich kommt es darauf an, wie intensiv Sie sich das anschauen. Die Besucher bleiben durchschnittlich zweieinhalb Stunden – und zwei Drittel aller Besucherinnen und Besucher kommen wieder,“ sagt der Museumsdirektor Prof. Dr. Dirk Böndel.
BF Sie sprachen von Besucherinnen, stellen die einen großen Teil dar?
„Leider besuchen noch immer mehr Männer und Jungs als Frauen und Mädchen unser Museum. Bei Schulklassen ist dies natürlich ausgeglichener, aber die wenigen erwachsenen Frauen, die kommen, kommen als Begleitung ihres Freundes, Ehemannes oder Sohnes. Dabei ist Technik, wie wir sie zeigen, alles andere als eine „reine Männersache“. Kurzum: Wir möchten Frauen gerne noch stärker ermutigen, zu uns ins Museum zu kommen – indem wir sie gezielt ansprechen oder über spezielle Angebote wie Führungen von Frauen für Frauen.“
„Es wurde 1921 in Berlin auf der Automobilmesse von Edmund Rumpler vorgestellt, einem Flugzeugkonstrukteur. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt mit 0,28 cw niedriger als das Gros der heutigen Serienwagen. Es wurden allerdings nur etwa hundert dieser futuristischen Fahrzeuge gebaut, die hauptsächlich als Taxis eingesetzt wurden. Bekannt wurde das Fahrzeug durch den Film „Metropolis“ von Fritz Lang, bei dem zum Schluss alle Fahrzeuge in Flammen aufgehen. Erhalten haben sich weltweit nur zwei Exemplare. Eine echte Rarität also - wie im übrigen manch anderes Exponat.“
Jeder Besuch lohnt sich, denn es gilt nicht nur technikhistorische Sammlungen der letzten 120 Jahre zu erleben, sondern zum Beispiel einen kleinen Ausflug zur Sonderausstellung: „Sie liegen uns zu Füßen – Straßendeckel in Berlin“, die bis zum 27. Februar 2011 die Fotografien von Annett Stroetmann und damit einen spannenden Teil der Industrie- und Alltagskultur aus dem Berliner Stadtraum präsentiert. Auch diverse Vorführungen und Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen lohnen den Weg ins Deutsche Technikmuseum. Der Eintritt ist auch für Familien ausgesprochen erschwinglich.
Trebbiner Str. 9, 10963 Berlin
Di-Fr 9-17.30 Uhr, Sa+So 10-18 Uhr, Eintritt 4,50, ermäßigt 2,50 ¤
Kinder bis 18 Jahre ab 15 Uhr freier Eintritt
www.sdtb.de


















