Sommer 2009
Der Botschafter Pakistans Shahid Ahmad Kamal
im Gespräch

Auf der in Berlin stattgefundenen Pressekonferenz zur Ghandara-Ausstellung war es überraschend, mit welchem Enthusiasmus Sie für Ihr Land und für diese Kulturausstellung eintraten. Welche Möglichkeiten bietet diese Ausstellung für das Publikum?
Zum ersten Mal überhaupt wurde eine derartige Ausstellung mit 283 Exponaten aus unterschiedlichen Museen Pakistans in Bonn und Berlin gezeigt. Über 15.000 Besucher haben die Ghandara-Ausstellung vom 20. November 2008 bis 15. März 2009 in Bonn besucht. Durch den Martin-Gropius-Bau wurden wir informiert, dass auch hier das Publikum sehr interessiert ist. Die Ghandara-Ausstellung hat uns die Gelegenheit gegeben, einem internationalen Publikum eine Region im heutigen Pakistan vorzustellen, die einst die Wiege großer Zivilisationen war. Es bedeutet aber auch, dass die Regierung und das Volk Pakistans voller Überzeugung für den Erhalt dieses einzigartigen kulturellen Erbes eintreten.
Es ist für uns überraschend, dass durch den Einfall Alexander des Großen die Griechische Kultur einen starken Einfluss im Norden von Pakistan hatte. Gibt es noch heute irgendwelche Verbindungen zu dieser früheren Zeit?
Wir haben immer noch eine einzigartige griechische Kultur im Bezirk Chitral, bekannt als Kalash Tal. Die Bevölkerung im Kalash Tal besteht aus Naturanbetern und hat eine einzigartige Kultur. Sie lieben ihre Musik und den Tanz. Das Polo-Spiel kommt ebenfalls ursprünglich aus dieser Region und sie verfügt über den höchstgelegendsten Polo-Platz der Welt, an einem Ort namens Shandoor.
Das Goethe Institut in Karachi feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum und in einigen Schulen Pakistans wird Deutsch unterrichtet. Welche anderen Verbindungen gibt es zwischen diesen beiden Ländern?Über 300 Doktoranden studieren an verschiedenen deutschen Universitäten mit einem Stipendienprogramm zwischen der Regierung Pakistans und dem DAAD. Es gibt zudem noch über 3.000 Studenten, die selbst ihren Unterhalt finanzieren. Außerdem ist Deutschland der größte Wirtschaftspartner innerhalb der EU für uns. Pakistan war das erste Land, das im Jahr 1959 ein Handelsabkommen mit Deutschland abschloss. In diesem Jahr jährt sich ebenfalls zum 50-sten Mal das gemeinsame Investitionsabkommen. In Berlin hatten wir im vergangenen Jahr beim World Electronic Music Festival im Haus der Kulturen acht Beiträge von elf Musikern aus Pakistan.
Seit zwei Jahren sind Sie der Botschafter Pakistans in Berlin. Was gefällt Ihnen hier am meisten?Berlin ist eine inspirierende Stadt. Ich mag ihre zahlreichen kulturellen Aktivitäten, die Parks voller Leben und die Tatsache, dass die Stadt im ständigen Wandel ist.
Wenn Sie Ihre Familie und Freunde in Pakistan besuchen, welches Souvenir würden Sie mitnehmen?Ich würde etwas von dem wunderschönen KPM-Porzellan mitnehmen, ein Replikat des Brandenburger Tors, und eine Box Schokolade von Fassbender und Rausch.






















