Herbst 2010
Francisco Nicolás GONZÁLEZ DÍAZ

Botschafter der Vereinigten Mexikanischen Staaten
Eine Berliner Sehenswürdigkeit stellt die mexikanische Botschaft in der Klingelhöferstraße 3 dar, die von dem Architektenduo Teodoro González de León und Francisco Serrano entworfen wurde als Glanzpunkt zeitgenössischer Architektur. In diesem Jahr feiert sie bereits ihr zehnjähriges Jubiläum und lädt mit wechselnden Ausstellungen in ihrem Foyer immer auch zu einem Besuch ein. In ihrem freundlichen, Licht durchfluteten Inneren steht BerlinFaces ein charismatischer Botschafter für ein Gespräch bereit.
BF Sie sind seit dem Sommer als Botschafter Mexikos akkreditiert. Welchen Eindruck haben Sie von der Stadt Berlin bisher gewinnen können?Es ist eine erstaunliche Stadt, ich liebe Berlin seit langem. Sich hier zuhaus zu fühlen, ist einfach. Überall gibt es viel Grün. Für mich ist es auch eine Stadt für Kinder, denn sie können sich hier allein bewegen. Für meine Familie bedeutet das ein sehr entspanntes Leben, das wir sehr genießen.
BF Was sind Ihre persönlichen Ziele Ihrer Arbeit als Botschafter?
Sicherlich liegt mein besonderes Interesse auf der weiteren Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen, denn für uns ist Deutschland der Partner Nummer vier, was den Export und Import unseres Landes angeht. Ich war zuvor langjährig als Handelsrat für die mexikanische Außenhandelsbank und für die mexikanische Investitionsförderungsbehörde ProMéxico in Frankfurt am Main tätig. Es gibt zwischen beiden Ländern seit langem sehr gute Beziehungen, nicht nur auf diplomatischer Ebene und im übrigen auch auf Deutsch. Wichtig sind mir aber auch die Anregung und Pflege von Kooperationen zwischen den Universitäten beider Länder sowie in den Bereichen der technischen Innovationen und im Energiesektor. Zugleich ist mir die Intensivierung der Zusammenarbeit auf kultureller Ebene wichtig. Hier öffnen sich eine Reihe von Perspektiven.
Ja, ich wünsche mir mehr Berlin in Mexiko und mehr Mexiko in Berlin. Berlin und Mexiko-Stadt sind Partnerstädte. Es gibt etliche Möglichkeiten des Austauschs, die noch ein großes Potenzial bergen. Beispielsweise die Stipendien, die die mexikanische Regierung an deutsche Studierende vergibt.
BF Die Retrospektive Frida Kahlo war mit rund einer Viertelmillion Besuchern die bisher erfolgreichste Ausstellung im Martin-Gropius-Bau. Glauben Sie, dass eine solche Ausstellung bei den Besuchern auch Interesse weckt, das Land Mexiko kennen zu lernen?Ja, es gibt eine vermehrte Nachfrage. Und dies nicht nur in Bezug auf die Künstlerin oder den Strandtourismus, der für unser Land dank der ausgedehnten schönen Strände erheblich ist, sondern auch in Richtung der kleineren Städte und der kulturellen Eigenheiten des Landes. Das Interesse an Mexiko ist vorhanden, und wir freuen uns über jeden, der sich diesbezüglich an die Botschaft wendet.
BF Die aktuelle historische Teotihuacan-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin setzt einen weiteren glanzvollen Höhepunkt des Jubiläumsjahres, in dem sowohl 100 Jahre Revolution als auch 200 Jahre Unabhängigkeit gefeiert werden. Gibt es besondere Veranstaltungen aus diesem Anlass, auf die Sie hinweisen möchten?Zahlreiche! Das sind diplomatische Empfänge oder für die mexikanische Gemeinde in Berlin, aber auch besondere Ausstellungen oder musikalische Darbietungen. In diesem Jahr haben wir 63 verschiedene Feierlichkeiten in Berlin. Da der Revolutionstag erst am 20. November begangen wird, ist für uns das Jahr des Feierns noch lange nicht am Ende.
BF Wenn Sie nach Mexiko zurückkehren, welches Souvenir würden Sie aus Berlin mitnehmen?Einen Buddy Bear (zeigt auf sein persönliches Exemplar, das von einem mexikanischen Künstler geschaffen wurde) und sehr viele Fotos. Und auch die Erinnerung an ein Gericht, das ich wirklich schätze:
das Berliner Eisbein sowie das Bier, das ich hier sehr mag.






















