Winter 2009
Islands Botschafter Ólafur Davíðsson
im Gespräch

Sie sind fünf Jahre Botschafter Islands in Deutschland. Auf welche Erfolge sind Sie besonders stolz?
Da möchte ich vor allem die fortgesetzten guten Beziehungen zwischen Island und Deutschland nennen sowie auch das immer größer werdende Interesse an isländischer Kultur. Dieses wird seinen vorläufigen Höhepunkt auf der Frankfurter Buchmesse 2011 erreichen, wo Island sich mit zahlreichen Neuübersetzungen und einem breiten Rahmenprogramm als Ehrengast präsentieren wird. Schon jetzt stellen wir fest, dass immer mehr isländische Künstler in Deutschland und Berlin vertreten sind. So stellen verschiedene Berliner Galerien regelmäßig isländische Künstler aus und ein Blick in die Spielpläne der Berliner Opernhäuser zeigt, dass über den Winter an mehreren Häusern isländische Solisten in verschiedenen Inszenierungen zu erleben sind.
Naturerlebnisse stehen beim Besuch der größten Vulkaninsel der Welt für die Touristen im Vordergrund und was empfehlen Sie?
Auf jeden Fall eine Fahrt durch das Land, um die Weite der Landschaft und die besonderen Lichtverhältnisse zu erleben.
Aber auch kulturell hat Island Einiges zu bieten: zum Beispiel gibt es über das ganze Jahr verschiedene Festivals, sei es das Reykjavík Arts Festival im Mai oder das Airwaves Festival im Oktober. Und natürlich die isländische Küche, die unter anderem ausgezeichneten Fisch und ebenso gutes Lamm zu bieten hat.
Der Hauptgrund ist sicher, abgesehen von dem langjährigen wirtschaftlichen Wachstum – das zum Teil bedingt ist durch die zahlreich vorhandenen erneuerbaren Energiequellen – die Einstellung der Isländer zu diesem Thema. Kinder und Familie waren immer ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. Hinzu kommt der Ausbau der staatlichen Förderung von Krippenplätzen und den Möglichkeiten von Elternzeiten für beide Elternteile.
Auf Island gibt es 13 Weihnachtsmänner, die bei ihrer Mutter, der Hexe Grýla, leben. In den Nächten vor dem 25. Dezember kommen sie nacheinander und bleiben jeweils 14 Tage, so dass erst am 6. Januar alles vorbei ist. Sie spielen den Kindern Streiche und jeder hat eine Spezialität, wie das Türenknallen und das Stehlen von Kerzenlicht. Unartige Kinder werden gar der Hexe Grýla und der Weihnachtskatze zum Fraß vorgeworfen werden. Mussten Sie das als Kind auch befürchten?Ja, das haben alle isländischen Kinder befürchtet.
Was würden Sie als Souvenir aus Berlin mitnehmen?Mir bleiben die vielen guten Erinnerungen an diese Stadt. Meine Frau und ich wissen es sehr zu schätzen, in einer so geschichtsträchtigen Stadt mit ihrer vielseitigen Architektur und einem überwältigenden Kulturangebot gelebt zu haben. Wir werden Berlin sehr vermissen.






















