Frühling 2010
EIN BLÜHENDES LAND

Ecuadors Botschafter Horacio Sevilla Borja im Gespräch
BF Aus dem Land, in dem die Rosen blühen, die mit langem Stil und ihrem tiefdunklen Rot die Herzen nicht nur der Damen erobern, kommt ein ebenso charmanter Botschafter. Geboren in der UNESCO-geschützten Stadt Quito, die eine einzigartige Barockarchitektur aufweist, ist er seit fünf Jahren in Deutschland. Denkt man an das einzigartige Naturreservat der Galápagos-Inseln, die bunte Mischung von 13 verschiedenen Ethnien, das Licht, den immer währenden Frühling und die malerische Landschaft zwischen Küste, den Anden und dem Amazonas-Gebiet, so fällt es schwer, sich vorzustellen, dass S. E. Horacio Sevilla Borja sich in Berlin sehr wohlfühlt.„Ganz im Gegenteil, meine Lieblingstemperatur liegt zwischen -5 und -12 Grad Celsius, mit blauem Himmel! Deutschland gefällt mir ausgesprochen gut; ein Land der Ideen und Innovationen, zu dem wir traditionell gute Beziehungen unterhalten.“
BF Was wird denn außer den Rosen zumeist nach Deutschland eingeführt?„Nun, an erster Stelle stehen die Bananen, die zu den besten der Welt zählen, aber auch der Kakao ist ein wesentliches Produkt. Die anerkannt beste Qualität bietet der Arriba-Kakao, der in Berlin z.B. bei der Firma Rausch am Gendarmenmarkt erhältlich ist. Aber auch andere Früchte, Gemüse, Kaffee und ganz allgemein Blumen. Die Wachstumsraten des bilateralen Handels seit meinem Dienstantritt betragen etwa 30-35 % pro Jahr. Darauf bin ich stolz.“
BF Einige touristische Schönheiten haben wir schon aufgezählt, aber wer kommt, um sie anzuschauen?
„Vordringlich kommen die Touristen in großen Gruppen aus den USA und Japan, aber beliebter sind bei meinen Landsleuten die etwa 25.000 Deutschen pro Jahr, die individuell oder in kleinen Gruppen reisen. Sie sind von der Kultur und Natur fasziniert, wollen das Land erkunden und sind an nachhaltigem Tourismus interessiert. Ecuador ist eines der artenreichsten Länder der Welt. Dieses Erbe versuchen wir zu schützen und weiterzugeben.“
BF Im Yasuni Nationalpark des Amazonasgebietes wurde eines der weltweit größten Rohölfelder gefunden...„Ja, und wir haben die Entscheidung getroffen, um diesen Naturreichtum zu schützen und um zum Kampf gegen den globalen Klimawandel beizutragen, das Öl nicht zu fördern, da ansonsten 450 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangen. Das ist sicherlich eine weltweit einzigartige Entscheidung. Aber in dem blühenden Land Ecuador ist die Sonne goldener, der Himmel blauer - und sogar die Lebenserwartung oftmals höher. So soll es auch bleiben.“
BF Was würden Sie als Souvenir aus Deutschland mitnehmen?„Es tut mir leid, leider kann ich keine deutsche Frau heiraten, denn ich bin schon glücklich vergeben.“





















