Herbst 2008
Grundwerte gelten ein Leben lang

Ein Gespräch mit Gerda Hasselfeldt, der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Sie wurden zur Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages gewählt und bekleiden Ämter in verschiedenen Ausschüssen. Ist ihr Beruf für Sie ein kreativer Beruf?Ja. Er bietet eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten. Das war auch der Grund, warum ich in die Politik gegangen bin. Letztlich geht es um die Gestaltung unseres Zusammenlebens sowie um Antworten auf neue Herausforderungen und geänderte Bedingungen. Besonders deutlich wurde dies in der Zeit der Wiedervereinigung. Der ständige Kontakt und Dialog mit den Bürgern, vor allem aus dem Wahlkreis, sichert mir die notwendige Bodenhaftung.
Sie haben die Forderung aufgestellt, dass Politik zukunftsweisende Strategien entwickeln sollte, statt als Reparaturbetrieb zu funktionieren. Inwieweit tragen Sie mit Ihrer Arbeit dazu bei?
Natürlich muss Politik auch kurzfristig reagieren, z.B. aktuell bei der Änderung der Pendlerpauschale. Das darf aber nicht alles sein. Wir müssen auch das Interesse der nachfolgenden Generationen und unserer Kinder im Auge haben. Dies wird z.B. deutlich bei unserem Einsatz für die Rückführung der Staatsverschuldung, den Klimaschutz, eine nachhaltige Familienpolitik und den Bemühungen um eine langfristig positive wirtschaftliche Entwicklung.Für die Bildungspolitik fordern Sie
Prinzipientreue und Weltoffenheit miteinander zu verbinden. Was heißt das?Damit meine ich eine wertebezogene Bildungspolitik verbunden mit liberalen Strukturen. Sehen Sie sich heute nur unsere Studenten an: Sie besuchen ausländische Universitäten und informieren sich auf der ganzen Welt. Zugleich sind die in Familie und Ausbildung vermittelten Grundwerte ein Leben lang eine wertvolle Grundorientierung.
Sie vertreten die Wahlkreise Fürstenfeldbruck und Dachau. Ist dort die Welt noch in Ordnung oder gibt es Probleme, die auch für das ganze Land gelten?Die Menschen in meiner Heimat haben ähnliche Probleme wie im ganzen Land, wenngleich die Arbeitsmarktsituation dort deutlich besser ist. Das zeigt sich etwa an der erfreulich niedrigen Arbeitslosigkeit in den beiden Landkreisen von zwei bis drei Prozent.
Sie stammen aus Bayern, gibt es auch etwas in der Berliner Küche, das Sie ausgesprochen schätzen?So sehr ich die oft deftige bayerische Küche schätze, esse ich auch gerne leichte Kost, besonders Fisch. So ist mein persönlicher Favorit in der Berliner Küche der Havel-Zander.






















