Frühling 2008
Vom anderen Ende der Welt

Ein Gepräch mit dem australischen Botschafter Ian Kemish
Wenn man in der Botschaft anruft, wird per Ansage gefragt, ob man Informationen zur Auswanderung möchte. Was zieht die Deutschen nach Australien?Wie Menschen aus der ganzen Welt sind auch viele Deutsche daran interessiert, auf Dauer nach Australien zu gehen und dort beruflich und vielleicht auch privat ein neues Leben zu beginnen. Australien fasziniert viele Menschen wegen des angenehmen Lebensumfelds, das man dort findet. Das Land bietet aber aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke auch viele Chancen für Fachkräfte in ganz unterschiedlichen Bereichen, vom IT-Sektor bis hin zum Baugewerbe und Bergbau. Dazu kommt, dass Australien bekannt ist für seine offenen, freundlichen Menschen, bei denen man sich schnell heimisch fühlen kann.
Australien vertritt eine ehrgeizige Handelspolitik zur Stärkung wirtschaftlicher Aktivität und Schaffung von Arbeitsplätzen. Welche Funktion kommt Ihnen dabei zu?Die Botschaft befasst sich dabei vor allem mit handelspolitischen Fragen und der Klärung von Rahmenbedingungen, die für australische Unternehmen im deutschen Markt von Bedeutung sein können. Unsere Handelsvertretung in Frankfurt, Austrade, unterstützt australische Firmen konkret dabei, hier in Deutschland auf dem Markt tätig zu werden und geeignete Partner zu finden. Wie auch in anderen Ländern, setzt sich unsere Regierung hier dafür ein, dass australische Unternehmen ihre Chancen im Export wahrnehmen können und damit im internationalen Handelsaustausch einen Beitrag zur Stärkung unserer Wirtschaft leisten können. Dabei sind wir inzwischen in Deutschland recht gut positioniert, auch über Investitionen, die gerade in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben.
Es gibt ein breites Kulturprogramm australischer Künstler. Wie groß ist das Interesse an den Veranstaltungen?
Wir stellen immer wieder fest, dass hier in Deutschland ein starkes Interesse an Kunst und Kultur aus Australien besteht. Gerade auch in Berlin zeigt sich das, weil hier eine ganze Reihe Australier als Musiker, Tänzer und auch bildende Künstler tätig sind und eine gute Resonanz finden. Dazu kommen kleinere und größere Gruppen, also von Rockbands bis hin zu großen Orchestern, die hier auf Tourneen Konzerte geben oder Theater- und Tanzaufführungen gestalten. Aber auch bei Veranstaltungen wie der Berlinale und anderen Festivals spüren wir ein großes Interesse an den australischen Beiträgen. Der Erfolg unseres Films „The Black Balloon“, jetzt gerade mit dem Preis für den besten Film in der Sektion Generation ausgezeichnet, und seine herzliche Aufnahme beim Publikum belegt dies eindrucksvoll.
Sie sind nach Stationen in Süd- und Südostasien seit fast zwei Jahren in Deutschland. Was fällt Ihnen bei den Berlinern am meisten auf?Die Berliner wie überhaupt die Menschen in Deutschland sind aufgeschlossen für Kontakte und Gespräche – man kann als Diplomat hier gut Anschluss finden und viele Lebensbereiche kennen lernen. In Berlin bieten sich dazu auch ganz unterschiedliche Veranstaltungen an, von kulturellen Highlights und großen Empfängen bis hin zu Diskussionsrunden und „networking-parties“.
Wenn Sie Ihre Verwandten in Australien besuchen, welche Souvenirs nehmen Sie aus Berlin mit?Das hängt sehr davon ab, wofür sich der oder die Betreffende besonders interessiert – es kann ein Bildband über Berlin und seine Geschichte sein, oder auch Musik auf CDs.
Ihre Exzellenz, vielen Dank für dieses Interview. www.germany.embassy.gov.au






















