Sommer 2011
Windows on America

Ein Projekt der diplomatischen Vertretung der USA in Deutschland
Windows on America ist die wichtigste Initiative der US-Botschaft zur Integration von Jugendlichen durch gleichberechtigte Teilhabe an gesellschaftlichen Möglichkeiten und gleichzeitige Einbindung in soziale Netzwerke. Initiiert wurde dieses ambitionierte Projekt im Jahre 2006 von Botschafter William R. Timken jr. und seiner Frau.
Für Gruppen von Jugendlichen aus Deutschland, die bislang in Austauschprogrammen stark unterrepräsentiert sind, bietet die Initiative ein zwölftägiges, voll finanziertes Besuchsprogramm in die USA. Gezielt werden Teilnehmer vornehmlich aus Zuwandererfamilien sowie von Haupt- und Realschulen von der US-Botschaft angesprochen. Windows on America beinhaltet Besichtungen, Diskussionen, Schulbesuche und das Kennenlernen gemeinnütziger Arbeit sowie einen Aufenthalt in einer amerikanischen Gastfamilie.
Um sich für dieses Programm zu bewerben, müssen die Kandidaten einen Aufsatz in englischer Sprache schreiben und nach der Reise ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen in einem Bericht schildern. Ein wesentlicher Bestandteil des Programms ist zudem, dass alle Teilnehmer in ein Netzwerk der Ehemaligen aufgenommen werden und so über eine Internetplattform in Verbindung bleiben können.
Auch der derzeit amtierende Botschafter Philip D. Murphy setzt sich für dieses Programm ein: „Windows on America ist ein Programm, das Menschen, die sich normalerweise nicht für einen längeren Aufenthalt in meinem Land interessieren würden, die Vereinigten Staaten durch einen kurzen Austausch näher bringen will. Wir hoffen, dass diese Reise sie neugierig macht und sie dann mehr über die Vereinigten Staaten erfahren wollen. Und wir hoffen, dass sie sie auch inspiriert, über neue Möglichkeiten nachzudenken, Ihren Horizont zu erweitern.“
Im Februar 2011 war eine Gruppe junger Leute vom BWK, dem Berufsbildungswerk in Berlin-Kreuzberg in den USA. Die Jugendlichen absolvieren eine Ausbildung in den Berufen Hotelfachmann / -frau, Kaufmann / -frau im Einzelhandel und im Groß- und Außenhandel. Besonderheit dieser Ausbildungen am BWK ist ein interkultureller Ansatz: Zur Stärkung ihrer Zweisprachigkeit und der interkulturellen Fähigkeiten absolvieren die Auszubildenden zwei- bis dreimonatige Praktika in der Türkei bzw. in Großbritannien, die mit Sprachunterricht und interkulturellem Training vorbereitet werden. BWK-Geschäftsführer Nihat Sorgec betont, dass dabei die bilinguale Ausbildung auch der Persönlichkeitsentwicklung für diese jungen Menschen dient, die oft eher zwischen als mit zwei Kulturen aufgewachsen sind.
Die Eindrücke des USA-Besuchs sind vielfältig: „Das Weiße Haus ist total klein!“ – „In New York scheint es mehr Taxen als Menschen zu geben“ – „Es sieht genau wie im Film aus!“ – „Die Amerikaner fahren überall mit dem Auto hin, und wenn es nur um die Ecke ist“. Den größten Eindruck haben jedoch die Freundlichkeit und die Gastfreundschaft der Amerikaner bei den zehn Jugendlichen hinterlassen. Sie alle stehen noch Kontakt mit ihren Gasteltern und möchten diesen auch unbedingt halten. „Ich hatte erst Angst“, erzählt Kadir Pinar. „Bei fremden Menschen zu wohnen stellte ich mir komisch vor. Aber sie waren so nett und haben versucht, mir meine Wünsche zu erfüllen.“
Seit Beginn des Programms haben der gemeinnützige Verein Windows on America e.V. über 150 Schülerinnen und Schüler in die USA eingeladen; die Jugendlichen vom BWK sind die ersten Auszubildenden, die an dem Programm teilnehmen konnten.






















