Herbst 2009
Äquatorialguineas Botschafter Cándido Muatetema Rivas im Gespräch

Der kleinste Staat Afrikas ist Äquatorialguinea. Auf rund 28.000 km², dem Festland und fünf Inseln verteilt, gibt es dort etwa 1,1 Millionen Einwohner, die neben ihren Dialekten Fang und Bubi als einziges afrikanisches Land Spanisch sprechen. Aus der kolonialen Vergangenheit, die mit dem 12. Oktober 1968 endete und noch heute mit dem Unabhängigkeitstag gefeiert wird, resultiert die Begeisterung für den Flamenco und den Sevillano. Die Welt hat erstmals begriffen, dass dort ein kleines Land mit goßen Ambitionen ist, als ein Schwimmer bei den Olympischen Spielen 2000 in Sidney teilgenommen hat.
„Das war ein großer Tag für unser Land. Eric Moussambani hatte erst acht Monate zuvor Schwimmen gelernt und noch nie zuvor eine 50-Meter-Bahn gesehen. Er ist in der doppelten Bestzeit ins Ziel gekommen und hat selbst gesagt, dass die letzten 15 Meter sehr schwer für ihn waren, aber er ist angekommen! Und diese Courage hat uns alle begeistert. Durch seine Leistung sind Reporter aus aller Welt zu uns gekommen und haben über unser Land berichtet.“
„Unbedingt! Die Regierung hat neue Stadien gebaut – und natürlich auch ein 50-Meter-Becken. Im 2012 werden wir die Afrikanische Fußballmeisterschaft ausrichten. Auch an der Leichtathletik WM in Berlin haben einige Sportler teilnehmen können. Wir sind sehr sportbegeistert.“
In Äquatorialguinea gab es vor einigen Jahren Erdöl- und Gasfunde. Konnte dieses Geld die angestrebten Entwicklungen vorantreiben?“
„Gerade im Erziehungs- und Ausbildungsbereich wurde investiert: mehr Schulen, mehr Ausbildung, auch für die Lehrer oder einfach der Erwerb von Büchern. Wir haben zwei Universitäten im Land: zum eine eine Dependence einer spanischen Universität und zum anderen eine eigene Universität, deren medizinische Fakultät von Kuba aus unterstützt wird. Seit 2003 haben wir über 100 Ärzte ausbilden können. Unser Ziel ist es, innerhalb von zehn Jahren das ganze Land mit eigenen Ärzten versorgen zu können.“
Welche Wünsche haben Sie an Deutschland?„Kooperation auf allen Ebenen: im Erziehungsbereich, der Land- und Forstwirtschaft, dem Transportwesen, dem Gassektor, den Finanzen, der Justiz, der Parlamentarischen Arbeit, der Infrastruktur, der Telekommunikation... eigentlich in allen Bereichen. Wir suchen zum Beispiel dringend ein Stipendienprogramm für unsere Studenten, gerade im technischen Bereich.“
Und wenn Sie in die Heimat fahren, welches Souvenir würden Sie aus Berlin mitnehmen?„Ein kleiner Bär wäre schon schön, aber eigentlich nehme ich vor allem mit, was ich hier gelernt habe. Die Zeit um die WM 2006 war wunderschön. Ich schätze es, wie die Berliner mit ihrer Umwelt umgehen und wie grün es hier in der Stadt ist – all die Seen und Parks. Ich nehme den Eindruck von Frieden mit, Frieden, Respekt vor dem Nachbarn und das alles so gut organisiert ist.“






















